Finanzierung – Finetrading 4.0

Um zu verstehen welche Rolle Finetrading in Zukunft einnehmen wird, ist wichtig zu wissen worin hier die Gründe zu suchen sind. Die Banken sind durch „Basel 2“ gezwungen noch stärker in eine risikoadjustierte „Bepreisung“ von Fremdkapital überzugehen. Das heißt, dass Finanzierungen von kleinen Unternehmen nicht selten erheblich teurer werden und die Liquiditätsausstattung reduziert ist. Somit fehlt der Nährboden für strategisches Wachstum.

In der Folge von Basel 2 werden viele Unternehmen keine Kredite mehr von Banken erhalten oder ihre Kreditlinien reduzieren bzw. gänzlich zurückführen müssen. Es herrscht eine sehr selektive Kreditvergabe, trotz der „Geldschwemme“ durch die EZB. Durch die stärkere Risikobetrachtung seitens der Banken kommt dem vorhandenen Eigenkapital kleinerer und mittlerer Unternehmen eine wichtige Schlüsselrolle zu.

Finetrading als neue Finanzierungsform

Das in Deutschland vorherrschende bankenorientierte Finanzsystem wird zunehmend durch Finanzintermediäre ergänzt. Diese „neuen” Marktplayer bieten den kleineren und mittleren Unternehmen eine interessante und seriöse Plattform als Alternative zur Bankfinanzierung. Studien zeigen den signifikanten Zusammenhang zwischen ausreichender Liquidität und Unternehmenserfolg. Unternehmen die nicht klassisch, sondern alternativ finanzieren, haben in den letzten Jahren erheblich besser abgeschnitten.

Die übliche Finanzierung durch Banken, wie Sparkassen oder Volksbanken sowie den üblichen Geschäftsbanken ist historisch bedingt der wichtigste Finanzierungsbaustein, neben dem Eigenkapital von mittelständischen Unternehmen.

Basel 2 regelt unter anderem die Eigenkapitalhinterlegung in Abhängigkeit der Bonität für Finanzierungen von Unternehmen.

Aufgrund der notwendigen Besicherung bei einer Finanzierung des Umlaufvermögens kann keine vollständige Finanzierung erfolgen.

Hier ergeben sich aktuelle Problemstellungen, mit denen sich mittelständische Unternehmen im Absatz und Einkauf konfrontiert sehen.

Finetrading ist eine Form der Wareneinkaufsfinanzierung für mittelständische Unternehmen. Hierbei finanziert der Finetrader die Waren für ein Unternehmen. Durch Finetrading kann aber auch eine Absatzfinanzierung umgesetzt werden.

Finetrading ist eine alternative Finanzierungsform um mittelständische Unternehmen beim Wareneinkauf zu unterstützen.

Beim Finetrading übernimmt der Finetrader die sofortige Bezahlung einer bestellten Warenlieferung eines Lieferanten. Dem Abnehmer erhält durch den Finetrader ein verlängertes Zahlungsziel von bis zu 120 Tagen.

Finetrading für Industrieunternehmen

Die Industrie in Deutschland ist historisch bedingt auf externe Finanzierungen angewiesen. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise, deren Auswirkungen für Unternehmen noch heute spürbar sind, hat sich die klassische Bankfinanzierung für Unternehmen verändert.

Heute sind Unternehmen auf einen Finanzierungsmix angewiesen, da Geschäftsbanken aufgrund der Regulierung, einen immer kleiner werdenden Teil der Bilanz finanzieren können.

 

 

Techniker im Maschinenbau montieren eine Gasturbine fr die Energiewirtschaft // Technician in mechanical engineering assemble a gas turbine for the power industry

 

Somit sind eine Reihe von alternativen Finanzierungsformen im Markt entstanden. Eine hiervon ist das sogenannte Finetrading bzw. die Wareneinkaufsfinanzierung.

Durch Finetrading können Wareneinkäufe von mittelständischen Industrieunternehmen vorfinanziert werden und ermöglichen es dem Unternehmen seine Aufträge ohne den Einsatz eigener liquider Mittel zu finanzieren.

Beim Finetrading wird somit eine Win-Win-Win-Situation erzielt.

Eine Finanzierung von Waren durch Finetrading kann mit dem Unternehmen „mitwachsen“ und sich an deren Bedarf ausrichten.

Um spitzen im Geschäft abzudecken kann finetrading eine entscheidende Rolle für Unternehmen einnehmen um zusätzliches Wachstum zu schaffen. Finetrading finanziert 100% der Waren vor ohne die üblichen Sicherheitsabschläge, die eine Bank bei einer klassischen Finanzierung auf Waren vornimmt.

Finetrading für Handwerker

Gerade kleinere Mittelständler haben größere Probleme bei der Beschaffung externer liquider Mittel von Banken. Es besteht keine Organisation mit kaufmännischen leiten und somit können teilweise die Bankverhandlungen ins leere laufen. Vor allem die meist nicht lösbaren Verhandlungen bezüglich der Sicherheitenstellung machen meistens eine Bankfinanzierung für Betriebsmittel bzw. Wareneinkäufe nicht möglich.

 

Schweißer in der Industrie // welding operator

 

Wareneinkaufsfinanzierungen können hier Abhilfe schaffen. Durch die Anbieter die sich heute auf dem Markt finden lassen können bereits ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden um eine Vielzahl von Handwerksbetrieben zu finanzieren.

Generell kann man die Wareneinkaufsfinanzierung bzw. das Finetrading auch unter dem Leitbegriff Auftragsvorfinanzierung sehen. Hierbei können mit einem potenziellen Abnehmer spezielle Aufträge bzw. der daraus resultierende Materialaufwand berechnet werden und auch somit vorfinanziert werden.

Vorteile beim Einsatz einer Wareneinkaufsfinanzierung gibt es ebenso für die Hausbanken. Hierbei kann eine gezielte Mischung aus Wareneinkaufsfinanzierung durch einen Finetrader und bestehenden Kontokorrentrahmenlinien eine optimale Finanzierungsstruktur abbilden. Somit können mehrere Seiten bei der Umsetzung einer Wareneinkaufsfinanzierung profitieren.